Das Bildnis des Dorian Gray
by Oscar Wilde
translated by Eike Schönfeld
adapted for the stage by Ran Chai Bar-zvi and Lukas Schmelmer
with a text by Marcus Peter Tesch
Music for theater piece
1 hr 30 mins
Premiere: Dec. 12, 2025, Schauspiel Frankfurt, Kammerspiele, Frankfurt, Germany
Further performances: Dec. 21, 29, 2025, Jan. 8, 18, Feb. 2, 6, 11, 22, Mar. 2, 22, 28, Apr. 2, 6, 2026. Further performances to be announced.
Direction and Stage Design: Ran Chai Bar-zvi
Costumes: Belle Santos
Music, Composition: Evelyn Saylor
Dramaturgy: Lukas Schmelmer
CAST:
Stefan Graf
Miguel Klein Medina
Mitja Over
Photos by Robert Schittko
Trailer by Siegersbusch
Press:
Frankfurter Rundschau
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Frankfurter Neue Presse
Die Deutsche Bühne
nachtkritik.de
hr2 Kultur
Rhein-Neckar-Zeitung
Darmstädter Echo
Strandgut Magazin
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.12.2025
Frankfurter Rundschau, 12.12.2025
The young Dorian Gray stands as a model for the artist Basil, who immortalizes him on canvas. When Dorian falls under the spell of the cynical dandy Lord Henry, he begins a life of extravagant and uncompromising hedonism. The toxic relationship between Lord Henry, Basil, and Dorian grows ever more intense. But these excesses do not remain without consequences: signs of decay begin to appear—yet only on the portrait. Shielded and hidden from the public eye, it degenerates into a grotesque grimace, while Dorian’s outward appearance remains eternally young, flawless, and beautiful.
Oscar Wilde’s classic about the (im)permanence of beauty and hidden desire is expanded and reimagined with texts by playwright Marcus Peter Tesch, who traces the history of bodies and body images in his writing and brings them into the present day. Director Ran Chai Bar-zvi was most recently awarded the Kurt-Hübner-Regiepreis der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste and invited to the “Radikal jung” festival. His visually powerful productions approach even existential material with great lightness, without trivializing its serious core. With “Das Bildnis des Dorian Gray”, Ran Chai Bar-zvi makes his debut at Schauspiel Frankfurt.
DE:
Der junge Dorian Gray steht dem Künstler Basil Modell, der ihn auf Leinwand verewigt. Als Dorian in den Bann des zynischen Dandys Lord Henry gerät, beginnt er ein ausschweifendes Leben des kompromisslosen Hedonismus. Immer weiter steigert sich das toxische Verhältnis zwischen Lord Henry, Basil und Dorian. Doch die Ausschweifungen bleiben nicht konsequenzlos und es zeigen sich Spuren des Verfalls – aber nur auf dem Bildnis. Es degeneriert, abgeschirmt und versteckt vor den Augen der Öffentlichkeit, zur grotesken Fratze, während Dorians Äußeres ewig jung, makellos und schön bleibt.
Der Klassiker von Oscar Wilde über die (Un-)vergänglichkeit von Schönheit und verstecktes Begehren wird ergänzt und fortgeschrieben mit Texten des Dramatikers Marcus Peter Tesch, der in seinem Schreiben der Geschichte von Körpern und Körperbildern nachfühlt und diese in die Gegenwart holt. Regisseur Ran Chai Bar-zvi wurde zuletzt mit dem Kurt-Hübner-Regiepreis der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste ausgezeichnet und zum Festival »Radikal jung« eingeladen. Seine bildstarken Inszenierungen begegnen auch existenziellen Stoffen mit einer großen Leichtigkeit, ohne deren ernsten Kern zu verharmlosen. Mit »Das Bildnis des Dorian Gray« feiert Ran Chai Bar-zvi sein Debüt am Schauspiel Frankfurt.
FROM THE PRESS:
»Allein schon Stefan Graf dabei zuzuschauen, wie er den Schönling aus dem Titel begehrt, welche Blicke er für ihn übrig hat, während er andere mit Verachtung straft, ist ein höchst amüsantes Vergnügen. Als Harry […] spielt er den arroganten Dandy par excellence, inklusive all der Bonmots, die von der Lektüre noch hängengeblieben sind oder sich eindrücklich in Erinnerung schieben. […] Die vielleicht größte Stärke der Inszenierung liegt aber darin, in den Mienen das widerzuspiegeln, was nicht zu sehen ist. […] Auf den Ausspruch, dass schlechtes Theater nicht gut sei für die Moral, wird nicht verzichtet, und er ruft im Raum auch Reaktionen hervor. Bange sein muss in dieser Hinsicht an diesem Abend aber niemanden.«
– Strandgut Magazin, Januar 2026
»Der Bezug zu heute ist der große Verdienst des Stücks. […] Schon damals philosophierte Oscar Wilde über die Suche und auch die Sucht nach Schönheit und das findet sich in unserer Gesellschaft noch verstärkter als damals wieder. Der ältere Lord Henry, genannt Harry, der großen Einfluss auf Dorian Gray nimmt und ihn scheinbar verdirbt, ist Influencer. Und so wie heute Influencer unsere Jugend vereinnahmen, […] so hat damals Lord Henry diese Rolle eingenommen und das macht das Stück auch sehr relevant. […] Das ist auf der Bühne ein großer Spaß. […] Ich würde das Stück unbedingt weiterempfehlen. Der Bezug zu heute ist gelungen, auch durch die schrillen Kostüme und das „campe“ Auftreten der Figuren. […] Insgesamt war es eine gelungene Premiere.«
– hr2-kultur, 16. Dezember 2025
»Durch die bildstarke Inszenierung des israelischen Regisseurs Ran Chai Bar-zvi und die Fortschreibung des Werks durch den Dramatiker Marcus Peter Tesch in die Gegenwart wurde es ein berührender Abend. […] Alles in allem ein Theaterabend, der […] der weit verbreiteten Oberflächlichkeit entgegenwirkt und fesselnden Tiefgang aufweist. Dieser gelang […] durch große spielerische Intensität sowie raffinierte Bildideen. Und auch die Musik mit Kompositionen von Evelyn Saylor, die etwa die finale Hässlichkeit des Dorian-Bildnisses begleiteten, entfaltete […] große Kraft.«
– Rhein-Neckar-Zeitung, 17. Dezember 2025
»Hohe Zeit fürs Schauspiel Frankfurt, das einstmals justiziable Skandalwerk um Wildes Homosexualität auf Entsprechungen zu unserer narzisstischen Epoche abzuklopfen. Das Ergebnis ist jetzt in einer ästhetisch starken und szenisch überzeugenden Fassung auf der Kammerspielbühne zu bewundern. […] In Frankfurt jedenfalls sieht man gutes. Und die Moral? Stefan Graf überzeichnet seinen philosophierenden Blaublüter mit Genuss und träufelt mit unverfrorener Direktheit das Gift der Selbstverliebtheit in die Seele Dorians. Den gibt Mitja Over anfangs mit blökender Lämmer-Unschuld, kostet aber schon bald seine Macht als Objekt der Begierde systematisch aus. Bis er schließlich, zu voller Bosheit erblüht, in rotem Lack, Silberglitzer und Rosentüll über die ersten Zuschauerränge klettert und zu stechen beginnt. […] Miguel Klein Medina gelingt es auf ganzer Linie, diesen ehrlichen, aber zunehmend glücklosen Künstler zu verkörpern, der am Ende nicht nur vor seinem eigenen Gemälde erschrickt, sondern dort auch von Dorian erschlagen wird.«
– Frankfurter Neue Presse, 15. Dezember 2025
»Der Besuch dieses Abends lohnt sich schon, um dem Schauspieler Stefan Graf beim Begehren und Verachten zuzusehen. […] Ihm gehört gewissermaßen das künstliche, stilisierte Feld, das die Regie bereitet. Ihm als der unmenschlichsten der drei Figuren, einem Scheusal, so kalt und gleichgültig, dass es schon wieder ganz nett ist. Graf spielt das fulminant, eine Karikatur, aber eine gekonnte. Wörter, die er nicht mag („Treue“), vernichtet er beim Sprechvorgang. Ihm ist es zu verdanken, dass die Anfangssequenz, das Kennenlernen, das Umgarnen des Lamms, dermaßen glüht, dass der folgende Discoabend mit Eurythmics’ „Sweet Dreams“ eine echte Spannungsentladung bringt. […] Die drei Schauspieler halten sich und uns am Ball.«
– Frankfurter Rundschau, 15. Dezember 2025
»Der eigentliche Sprengstoff in diesem Konzept, den sowohl der Roman wie auch die kluge Bühnenfassung in den Blick nehmen, ist die Frage, ob das, was man nicht sieht, nicht trotzdem da ist, ob also der Kinderglaube an die Macht des Augenzukneifens im Fall des an der Schwelle zum Erwachsenenseins stehenden Dorian tatsächlich etwas bewirkt. Die Szene, die diese Entwicklung einleitet und auf den Punkt bringt, gehört zu den stärksten des Abends.«
– FAZ, 15. Dezember 2025
»Ran Chai Bar-zvi schafft aus Oscar Wildes Roman „Das Bildnis des Dorian Gray” in den Kammerspielen des Schauspiel Frankfurt ein queeres Drama, das beeindruckt – […] . In einem schlichten Bühnenkasten sorgt eine Drehwand für Wandel und gleichzeitige Konstanz. Die drei Gestalten bewegen sich in einem Kunstraum, der ähnlich der Hauptfigur eine offene Projektionsfläche darstellt. Farbe kommt durch einen Theatervorhangstoff auf der um sich selbst drehenden Mauer ins Spiel, wenn Dorian von seiner Liebe zu einer jungen Schauspielerin berichtet. Noch bevor Dorian am Ende des Romans sich durch das Aufschlitzen des Bildes selbst hinrichtet, blendet sich die bestens getimte und souverän durchorchestrierte Inszenierung aus der Handlung Wildes aus. […] Das Bildnis bleibt fürs Publikum die holzfarbene Wand. Am Ende der anderthalb Stunden wird Mitja Over vor drei spiegelnden Bildern im Kreis umher laufen und dann verschwinden. Das ist darstellerisch, konzeptionell und rhythmisch (Musik/Komposition: Evelyn Saylor) brillant.«
– die-deutsche-buehne.de, 14. Dezember 2025
»Die vom Regisseur selbst gestaltete Bühne betont die Nüchternheit des White Cube (wir befinden uns hier zweifellos im Galerie- und Kunst-Kontext), während die von Belle Santos entworfenen Kostüme die Kälte des Raums fröhlich mit Lack und Latex fetischisieren. Das Setting, das bei Wilde noch zurückhaltend homophil angedeutet wurde, ist hier explizit queer: Dorian (zum Niederknien schön: Mitja Over) steht dem Maler Basil (ernsthaft in Dorian verliebt: Miguel Klein Medina) Modell, während dessen älterer Freund Harry (Stefan Graf) halb belustigt, halb eifersüchtig die Annäherungen der beiden kommentiert. Das ist charmant, weil die Inszenierung hier die von Wilde gepflegten Aphorismen und die Kunst des Smalltalks so glaubhaft wie unterhaltsam in die Welt des Flirts überträgt.«
– nachtkritik.de, 13. Dezember 2025
»Auf der nüchtern weißen Bühne mit einer rotierenden Wand, die der Regisseur gestaltet hat, setzen die Kostüme von Belle Santos symbolisch scharfe Akzente. […] In der Titelrolle gelingt ein Besetzungscoup: Der zarte Mitja Over ist mit blonden Strähnen in seiner knabenhaften Androgynität ein Dorian, wie sich Grays Anatomie nicht schöner hätte malen lassen.«
– Darmstädter Echo, 17. Dezember 2025





















